Online/Offline – Die Internet Gesellschaft

Gerade Lese ich auf YuccaTree einen Artikel über das Web 2.0 und die Probleme des Alltags. Ich bin mir jedoch nicht sicher ob dieser Artikel eher als Amüsement gemeint ist. Erste Reaktionen findet man zum Beispiel auf Hype2.0. Der Artikel von Andreas entspricht schon eher meiner Meinung.

So geht es auf YuccaTree z.B. darum, warum man seine Arzt Termine noch nicht Online ausmachen kann, oder ob beim Bäcker nebenan das lieblings Brot noch erhältlich ist.

Auch ich bin kein Kind von Traurigkeit was das Web 2.0 angeht. Ich bin bei Facebook, Twittere, Blogge hier ursprünglich ja schon seit 2003, und probiere gerne alle neuen Trents im Internet aus.

Seit einiger Zeit versuche ich jedoch meine aktivitäten im- und ums Web etwas zurück zu schrauben. Mein iPhone bleibt auch Nachts an – wenn ich morgens aufstehe häufen sich bereits etliche Emails in meinem Posteingang und warten darauf gelesen und (teilweise) beantwortet zu werden. Ich habe mir jedoch angewöhnt dies erst nach meinem ersten Cafe zu tun und nicht wie früher direkt nachdem ich morgens aus dem Badezimmer komme.

Gerade das Beispiel, im Internet nachzuschauen, ob es mein Lieblingsbrot beim Bäcker noch gibt, hat mich (Sorry Jürgen) wirklich zum Lachen gebracht.

Ich genieße es, vorallem am Wochenende, zum Bäcker zu gehen. Ob nun das Brot das ich gerne Esse noch da ist oder nicht! Natürlich muss man hier zwischen Großstadt (unter der Woche Lebe ich in Frankfurt) und Dorf (ich komme ja eigentlich aus Lindau) unterscheiden.

In einem Dorf wie Lindau kennt man sich. Wenn ich Samstags also zum Bäcker gehe treffe ich einfach auch Menschen die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Es entstehen in der Zeit in der man wartet drann zu kommen immer wieder nette kleine Dialoge. Es kommt auch schon mal vor, das man sich spontan auf einen Cafe verabredet – der “alten Zeiten willen” ;-)

Wenn ich nun im Internet nachgeschaut hätte ob mein Lieblingsbrot noch vorrätig ist – und dies nicht der Fall wäre, sehr warscheinlich würde ich dann zuhause bleiben.

Daher appeliere ich an alle: Öfter mal den Computer ausschalten. Konzentrieren wir uns wieder auf direkte Gespräche! Geht raus und Kauft euer Gemüse auf dem Wochenmarkt und nicht im Supermarkt neben an! Verabredet euch auch mal einen Tag vorher sich zu treffen – zu einer Fixen Zeit, anstatt 10 SMS zu schreiben, wann man sich nun wo trifft!

FOTO: © Rainer Sturm / PIXELIO


 
 
 

2 Kommentare zu “Online/Offline – Die Internet Gesellschaft”

  1. Jürgen
    3. Dezember 2009 um 11:16

    Hi Felix. Bin ganz deiner Meinung, dass die Menschen das Web mal außen vor lassen und mehr außerhalb davon unternehmen sollten. Aber das muss sich auch in einer sehr, sehr modernen Gesellschaft nicht ausschließen, in der es alle Möglichkeiten gibt und man sie eben nur dann nutzt, wenn man sie wirklich braucht.

    Das mit dem Brot war als Denkanstoß gedacht. Ich gehe auch gerne die paar Schritte zur Bäckerei und treffe sogar manchmal unterwegs noch jemanden. Ein Plausch mit den Bäckereiverkäuferinnen kommt dafür selten zustande, weil die regelmäßig im Stress sind. Aber das nur am Rande. Dazu käme es auch, wenn ich mich nur dann auf den Weg machen würde, wenn ich wüsste, dass sie mein Brot haben.

    Ersetze Brot gerne mit Fahrrad, Buch, Möbelstück, wenn dir das Beispiel nicht gefällt. Wie oft bin ich schon durch die halbe Stadt zu einem Laden gefahren, wo sie das Produkt haben sollten, das ich unbedingt wollte, und wo es dann hieß “Ham wa nich da!”

    Wenn ich schon zuhause oder unterwegs sehen könnte, dass alle Parkhäuser in der Innenstadt belegt sind, dann mache ich mich gleich mit der Straßenbahn auf den Weg. Ich würde deswegen nicht jeden Tag zu jeder Stunde checken, wie gut die Parkhäuser der Stadt ausgelastet sind. Aber ich könnten den Service dann benutzen, wenn ich ihn wirklich brauche. Es gibt noch viele Möglichkeiten, viele Dinge, die das Leben einfacher machen könnten.

  2. /aw/
    3. Dezember 2009 um 16:51

    Hi Jürgen,

    ich mein das jetzt echt nicht böse, aber: Mach Dich doch einfach IMMER gleich mit der Straßenbahn auf den Weg, das ist ökologisch sinnvoller.

    Ich kann auch verstehen, dass es enttäuschend ist, durch die halbe Stadt zu reisen und dann ein Hamwernicht! zu hören. Völlig d’accord.

    Aber die Lösung kann doch nicht lauten, jedes Objekt der Welt mit einem RFID zu bekleben und mit Google Maps zu mashen, das ist doch Wahnsinn, das ergibt doch einen ganz eigenen Müllberg nur dafür.

    Warum auch noch diese minimalen Rest-Risiken des Alltags abschaffen? Nur um sich dann mit Extremsport neuen, künstlichen Gefahren auszusetzen? Versteh einer die Welt…

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